Rückblick

zu: Höchster Kulturpalast Bolongaro



Höchster Stadt-Gespräch – EXTRA
Sonntag, 7. Februar 2010, 11.00 – 13.00 Uhr
Neues Theater Höchst

Höchster Kulturpalast Bolongaro

Bericht und Resümee






Edgar Weick: Eröffnung

Die Anregung zu diesem Höchster Stadt-Gespräch – EXTRA haben wir gerne aufgegriffen. Wir können heute geradezu an das Gespräch anknüpfen, das am 1. November so viele hier in dem Raum bewegte und beschäftige: Was wird aus dem Bolongaropalast? Eine ansprechende kulturelle Nutzung war einmal geplant. Dieses für Frankfurt einmalige Barockgebäude sollte ein Ort werden, in dem Geschichte und Kultur der Stadt und des Stadtteils Höchst zusammengeführt wird. Die „Stadt Höchst“ muß betont werden – und auch wieder sichtbar werden.

Sie alle kennen die Geschichte der letzten Monate. Das ursprüngliche Konzept wurde ohne jegliche Beteiligung der Höchster gekippt. Ein Sanierung- und Nutzungskonzept wurde im Juli 2009 vorgestellt, in dem die ursprünglich betonte „Hauptsache Kultur“ zu einer Nebensache heruntergestuft wurde. Der Widerstand konnte nicht ausbleiben. Nicht zuletzt die Planung einer Kindertagesstätte zu Lasten der kulturellen Nutzung war für viele gänzlich unverständlich. Der Fall Bolongaropalast mobilisierte mehr Menschen als je ein anderes lokales Ereignis. Und am Fall Bolongaropalast entzündete sich eine Diskussion über das Verhältnis der Bürger zur Kommunalpolitik, zum Umgang „der Politik“ mit den Bürgern.

Ein Lehrstück waren die letzten Wochen und Monate, ein Lehrstück, in dem durchaus Momente einer Refeudalisierung der Politik sichtbar wurden. Vorgerechnet wurde, was alles für Höchst und die Höchster getan wurde – und Dankbarkeit wurde erwartet. Entsprechend empfindlich waren die Reaktionen – und das spricht wiederum für eine Kultur des Demokratischen, über die wir uns alle nur freuen können.

In diesem Lehrstück finden wir auf der lokalen Ebene bestätigt, worüber der Schriftsteller Hans Magnus Enzensberger neulich in Kopenhagen bei einer Preisverleihung gesprochen hat. In dieser Rede ging es um Europa, doch seine „Erzählungen vom Vormund“ sind durchaus übertragbar auf Frankfurt. Er schließt seine Rede mit dem nachdenklichen Hinweis: „Die Politik ist nur für die Politiker ein Beruf, für alle anderen ist sie hauptsächlich Notwehr. Verzeihen Sie mir, daß ich Sie damit belästigt habe.“ Auch dieser Bitte schließe ich mich an.

Die Höchster Stadt-Gespräche sind mit dem Anspruch angetreten, zu einer solchen Kultur des Demokratischen einen Beitrag zu leisten. Ich hatte im Juni letzten Jahres die Gelegenheit, die Idee dieser Höchster Stadt-Gespräche der Oberbürgermeisterin kurz vorzustellen:

Die „Höchster Stadt-Gespräche“ wollen im guten Sinne einer aktiven Bürgerbeteiligung ein öffentliches Forum für alle bieten. Das Leben und Zusammenleben in diesem Stadtteil soll hier außerhalb organisierter Interessen thematisiert werden. Die Beteiligten an diesen Gesprächen verstehen sich als Leute, die etwas zur Förderung des „Gemeinwohls“ tun wollen und auch tun. Ihr Blick ist auf eine bessere Zukunft gerichtet.

Darum soll es auch heute gehen. Wir wollen uns konzentrieren auf das Sinnvolle, das Notwendige, auf das Attraktive, das uns die Renovierung und der Umbau des Bolongaropalastes ermöglichen. Viele Ideen und Wünsche sind gefragt. Was dann am Ende realisierbar sein wird, das muß ausgehandelt werden. Zur Beteiligung sind die Höchster inzwischen eingeladen. Das nehmen wir gerne zu Kenntnis, allerdings ohne dafür dankbar zu sein. Denn diese Beteiligung ist das demokratisch Gebotene, die Dankbarkeit wäre ein Gestus von Untergebenen.

Wir freuen uns sehr, daß für unser heutiges Gespräch Herr Dr. Alexander von der Lokalredaktion der FAZ die Moderation übernimmt. Er kennt sich in Höchst gut aus, er wohnt hier, wenn ich das hinzufügen darf.



Ralf Ebert: Die Regierung und ihr undankbares Volk
Geschichte der Initiative „Hauptsache Kultur in den Bolongaropalast“

Der Museums-Palast
Als vor einigen Jahren die Frankfurter OB den Beschluss fasste, den an vielen Stellen marode gewordenen Bolongaropalast zu sanieren, sollte er zu einem Schmuckstückchen gemacht werden, das Höchst eine Attraktion über seine (und überhaupt Frankfurts) Grenzen hinaus bescheren sollte. Dabei stellte sich frühzeitig die Frage nach der künftigen Nutzung; man wollte ja nicht in kommenden Leerstand investieren. Nach einigen verworfenen Überlegungen (u.a. war mal eine edle Shopping Mall im Gespräch) erteilte die Stadt einen Planungsauftrag an ein Marketing-Büro in Ludwigsburg bei Stuttgart, das schon die Konzeption zur Aufwertung und Vermarktung des dortigen Schlosses erstellt hatte, einer der größten barocken Schlossanlagen Deutschlands, 1735 als absolutistisches Residenzschloss des Herzogs von Württemberg fertiggestellt. Dieses Büro entwickelte nun die Vorstellung, den als bürgerlichen Wohn- und Repräsentationsbau errichteten Bolongaropalast nutzbar zu machen in einer Mischung aus städtischer Verwaltung (Bürgerbüro), Ausstellungsflächen (Porzellanmuseum, Sammlungen zur Höchster Geschichte, Juden in Höchst, historische Musikinstrumente), einem großen Gastronomiebetrieb mit gehobenem Anspruch sowie einem professionell zu betreibenden Veranstaltungssaal. Mit einer aufwändigen Gestaltung der Museumslandschaft und des Veranstaltungssaales (Innenhofüberdachungen, edle Materialien etc.) sollte eine überregionale Ausstrahlung des Museums-Palastes erreicht werden - wenn man schon Geld in die Hand nahm, dann sollte auch etwas dabei herauskommen.

Für Höchst zu teuer?
Die Planungen waren auch in Zusammenarbeit mit den ausgedeuteten Betreibern (Historisches Museum Frankfurt / Porzellanmuseum, Neues Theater Höchst, einen potentiellen Betreiber für die Gastronomie hatte man auch) schon relativ weit fortgeschritten, als in der zweiten Jahreshälfte 2008 die Stimmen innerhalb der Stadt lauter wurden, die Pläne der OB sprengten den vorgesehenen Kostenrahmen und brächten unkalkulierbare Folgekosten mit sich; da hatte die Finanzkrise grade ihren ersten Höhepunkt erreicht und ließ die Verschuldungs-Ängste wachsen. Noch im Dezember 2008 gab es konkrete Planungen zwischen etwa Hochbauamt und Neuem Theater zur Ausgestaltung des Veranstaltungs-Saals, während anscheinend gleichzeitig die grundsätzlichen Entscheidungen in andere Richtungen gefällt wurden.

Der Kinder-Palast
Anfang 2009 gab es die ersten Presseberichte, dass die Stadt nunmehr statt einer kulturellen Nutzung in einem kompletten Schwenk gar keine konkreten Pläne mehr in diese Richtung verfolge, sondern nunmehr als hauptsächliche Nutzung (neben einigen Ämtern und weiterhin einem großen Gastronomiebetrieb) eine Kindertagesstätte in diesem historischen Baudenkmal unterbringen wolle. Schon im Februar 2009 reagierte auf diese Presseberichte die Bürgervereinigung in einem öffentlichen Schreiben mit der Forderung an die Planer, doch bei einem - wenn auch möglicherweise abgespeckten - Kultur-Konzept zu bleiben; dass eine Institution zur Kinderbetreuung auch in diesem Rahmen unterbringbar wäre, wurde nachdrücklich eingeräumt. Hierbei wurde z.B. schon in Frage gestellt, ob ein aufwändig gestalteter Konzertsaal im mit Glas überdachten Innenhof denn notwendig sei. In einem kurzen Antwortschreiben vom 19.03.2009 hat die Oberbürgermeisterin dargestellt, daß „auch unter den neuen Voraussetzungen eine Lösung gefunden werden soll, mit der alle Beteiligten zufrieden sein können“. Hier eine kleine Nebenbemerkung: Das Neue Theater Höchst hat den geplanten Konzertsaal im Bolongaropalast nie selbst gefordert. Die Idee und das großzügige Angebot, im Palast eine zusätzliche Spielstätte für das NTH einzurichten, stammt von Frau Roth, das Neue Theater hat die Herausforderung, einen Konzertsaal zusätzlich zu seinem angestammten Domizil zu betreiben, freudig angenommen, dabei aber frühzeitig darauf hingewiesen, dass ein solcher nicht kommerziell erfolgreich betrieben werden kann, mit Folgekosten müsse gerechnet werden. Der Verzicht auf einen solchen Saal würde und wird das NTH also vor keinerlei grundlegende Probleme in seinem normalen Betrieb stellen.

Zwischen Januar und Juni 2009 gab es keinerlei Einbeziehung der Höchster Bevölkerung in einen Prozess der Neuorientierung und -planung, weder durch den Ortsbeirat noch als Gespräche mit den vorher unmittelbar Betroffenen. Am 30.Juni vergangenen Jahres dann stellte die OB das neue Nutzungskonzept im Rahmen einer Pressekonferenz im Bolongaropalast vor. Dabei wurde als Begründung für die Umorientierung vor allem herausgestellt, dass in Höchst ein erheblicher Mangel an Kindertagesstätten- und Kindergartenplätzen herrsche und dass Landes- oder Bundesmittel zur Einrichtung derselben in Anspruch genommen werden könnten.

Kinder statt Kultur?
Bis Anfang Oktober dauerte es nun, bis es Reaktionen aus der Höchster Bevölkerung gab. Vielleicht hat das Thema Kinderbetreuung, das ja seit langem bundesweit im Gespräch und in der Förderung der Öffentlichen Hand ist, ein wenig wie ein Widerspruchs-Tabu gewirkt. Wieder war es zunächst die Bürgervereinigung, die Mitte Oktober in einem Artikel in „Alt-Höchst“ das neue Konzept umfassend kritisch beurteilte. Dann ging es Schlag auf Schlag: Andere mitgliederstarke Vereinigungen in Höchst, die IHH und der Vereinsring Höchst, allesamt mit einem offenen Ohr nahe an der Meinung der Höchster Bevölkerung, äußerten öffentlich Kritik am Totalschwenk der städtischen Planung. Bisweilen gab es von beiden Seiten sogar ein wenig Polemik.

Hauptsache Kultur!
Am 1.November fand im Neuen Theater Höchst ein „Höchster Stadt-Gespräch“ zum Thema „2030 ist Zukunft im Westen“ statt, in der sich unerwartet viele Teilnehmer-Stimmen am Thema Bolongaropalast abarbeiteten. Am 6.November gingen daraufhin die vier Höchster Institutionen Bürgervereinigung, IHH, Vereinsring und Bund für Volksbildung mit einer gemeinsamen Erklärung an die Öffentlichkeit, in der sie forderten: „In den Bolongaropalast muss in der Hauptsache Kultur!“ Es wurde eine Unterschriftenaktion gestartet, die inzwischen mehrere Tausend Bürger unterzeichnet haben.

Höchst ist kinderfeindlich!
Am 2.Dezember stimmte der Ortsbeirat 6 einem Antrag der SPD einstimmig zu, dass die Höchster Bürger in die Planungen zur künftigen Nutzung einbezogen werden sollen. Am 8.Dezember dann, auf der jährlichen Pressekonferenz der OB zu ihrer Leistungsbilanz für den Frankfurter Westen, kam es zum Eklat: Als der OB von den Vertretern der Initiative ein erster Stoß mit ca. 2000 Unterschriften überreicht wurde, warf sie der gesamten Höchster Bevölkerung „Kinderfeindlichkeit“ vor. Das Tischtuch schien zunächst zerschnitten. Am 14.Dezember dann stellte sich der Büroleiter der OB, Peter Heine, zusammen mit weiteren Vertretern der beteiligten Ämter dem Gespräch mit Vertretern der Höchster Initiative und des Ortsbeirats. Es wurde verabredet, nach gemeinsamen Lösungswegen zu suchen und dabei „ergebnisoffen“ zu diskutieren.

Kompromiss in Sicht!
Im neuen Jahr trafen sich dann die Vertreter der Initiative im Hochbauamt mit dortigen Mitarbeitern, um erste Möglichkeiten auszuloten, doch noch zu einem Kompromiss zu gelangen. Sehr schnell ergab sich ein Bild, warum das Museums-Konzept so gründlich verworfen worden war: Das war ein Gesamt-Konzept gewesen, das man nicht aufweichen sondern nur insgesamt verwerfen konnte, wenn das oberste Ziel, einen Museums-Palast zu schaffen, der überregionale Ausstrahlung erreichen sollte, nicht mehr erreichbar schien. Der Rest war ein Versuch gewesen, den drohenden Leerstand im Palast produktiv zu vermeiden, indem man mit der Kinderbetreuung Notwendigkeiten bediente, die sowieso angegangen werden mussten.

Kinder mit Kultur?
Und doch bot sich gerade hier die Chance auf einen Kompromiss. Unser Vorschlag, die beiden tragenden Säulen der verschiedenen Konzepte bewusst aufeinander zu beziehen, fand in diesem Gremium allseits Anklang. Warum nicht ein Museums-Palast, der sich ganz besonders um die Vermittlung seiner Exponate und Inhalte kümmern würde? Der sich gezielt an die Menschen in seiner direkten Umgebung wenden würde? Und das wären dann eben auch „Museumskindergartenkinder“

Ausblick
Am 18.Februar will sich die OB den Fragen, Ideen und Vorstellungen aus Höchst in einer öffentlichen Veranstaltung stellen. Im Vorfeld hierzu hat sie schon mal behauptet, die Höchster hätten zu diesem Termin eine „Bringschuld“ , mit ihren eigenen, fertigen Lösungsvorschlägen aufzuwarten. Da wird sich der „gemeine“ Höchster sicher nicht über Gebühr drängen lassen: Was städtische Institutionen in ihrer Arbeitszeit über Jahre hinweg nicht befriedigend fertigkriegen, kann der interessierte Ehrenamtliche nicht in wenigen Wochen hinbekommen. Wo hier Zeitdruck aufgebaut werden soll, ist die Verhinderungs-Absicht leicht erkennbar.

Fazit
Das Verhältnis zwischen den Institutionen der Stadt Frankfurt und der Bevölkerung der Westlichen Stadtteile ist in den letzten Jahren ein eher zwiespältiges geworden. Auf der einen Seite stehen seitens der Stadt und besonders der OB Bemühungen und tatsächliche Investitionen in Gestaltung, Substanz und Infrastruktur (Mainufer, Dalbergplatz, Justinuskirche etc.), auf der anderen der Eindruck bei weiten Teilen der Höchster Bevölkerung, dass diese Investitionen sich oftmals in Kosmetik erschöpften und häufig nach Gutsherrenart verteilt worden sind. Und zentrale Anliegen, den Stadtteil von ausgewiesenen Schandflecken zu befreien, sind viele Jahre lang unbeachtet geblieben (Bahnhof, B-Vorplatz). Die Höchster selbst wurden dabei eher selten beteiligt. Wir wollen, dass dies anlässlich der Sanierung und Umnutzung des Bolongaropalastes nun anders werden soll!



Helga Krohn: Einige Ideen zu einem besonderen Kulturzentrum

Unser Thema ist Programm: Kulturpalast Bolongaro.
Zum Einstieg in die allgemeinen Diskussion über die kulturelle Nutzung dieses Juwels möchte ich Ihnen einige Ideen und Vorstellungen unterbreiten, die von der Initiative Hauptsache Kultur benannt, und in Leserbriefen sowie Gesprächen geäußert wurden. Dabei beschränke ich mich auf Stichworte für eine optimale Nutzung – eine Reduktionen auf das, was unverzichtbar ist, kann in der Diskussion erfolgen.

Das wichtigste ist ein Stadtmuseum, ein Museum wurde Höchst zugesagt, eine Verlegung in das Kronberger Haus kann viele Jahre dauern. Es gibt ein historisches Profil von Höchst, das bis in die Gegenwart reicht und damit soll sich jeder der hier lebt beschäftigen können. Themen gibt es genügend: Stadtentwicklung und Stadtgeschichte, Alltagsleben in früheren Zeiten, die Entwicklung der chemischen Industrie mit ihren Folgen für das bürgerliche und das proletarische Höchst, das Leben und Schicksal der Juden; Höchst als Zuwandererstadt. Im Zollturm lagern Schätze, die in die Öffentlichkeit müssen, Sammlungen können gezeigt werden: das Höchster Porzellan und historische Musikinstrumente; und möglicherweise weitere aus privaten Kellern.

Ein Raum für kulturelle Veranstaltungen wie Konzerte, Lesungen, kleine Theater- oder Künstlerveranstaltungen ist bei der derzeitigen Planung im ersten Stock vorgesehen. Das ist positiv und erweitert das bisherige Angebot, aus dem wir hier heute eine Kostprobe hören. Diese Veranstaltungen gewinnen aber an Wirkung, wenn sie in einem Gebäude stattfinden, das ein Kulturzentrum ist, und nicht ein von Kindertagesstätte und Verwaltung dominiertes.

Kulturelles Leben kommt in den Palast, wenn Räume für Ausstellungen zur Verfügung stehen z.B. für Arbeiten von Schulklassen, Jugendlichen des Jugend- und Kulturzentrums, der Volkshochschule usw. Und natürlich auch für Künstler.

Schön wären Ateliers für Künstler und Räume für workshops, vielleicht sogar eine Künstlerwohnung. Statt eines Stadtschreibers hätten wir dann einen Stadtkünstler.

Dass das Bürgeramt mit Kultur verbunden wird, ist vorstellbar. Ein Tourismus- und Ticketbüro könnte Informationen bereit halten, Auskunft geben und Karten verkaufen.

Das gleiche gilt für das wünschenswerte Restaurant - Cafè mit Zugang zum Garten Es soll nicht nur ein angenehmer Aufenthaltsort für jeden Höchster und alle Besucher sein, sondern z.B. einen Leseraum haben, selbst Lesungen oder Kleinkunstveranstaltungen durchführen und bei sich mit den anderen kulturellen Aktivitäten verknüpfen.

Und noch ein letzter ganz wichtiger Punkt: Der Bolongarogarten ist ein einzigartiges Kulturgut und muss in seiner Schönheit und Originalität erhalten bleiben.


Zusammenfassung des Gesprächs und Resümee

In den nachfolgenden Notizen werden nicht alle Diskussionsbeiträge wiedergegeben. Es werden in einer Zusammenfassung die inhaltliche Aussagen der Diskussion festgehalten, die es ermöglichen, ein Konzept zum Thema dieser Höchster Stadt-Gespräche und unter dem Anspruch „Hauptsache Kultur“ zu skizzieren.

Mit der Renovierung und kulturellen Nutzung des Bolongaropalastes erfährt Höchst eine besondere Aufwertung. Dieses Barockgebäude kann mit seinem Park noch stärker als bisher schon zu einen Ort der Identifikation werden, wenn sich die Menschen, die hier leben, von diesem Ort angezogen werden und sie sich hier in den kulturellen Angeboten auch anerkannt sehen. Das Kulturzentrum in diesem Gebäude kann eine herausragende Bedeutung für den ganzen Frankfurter Westen bekommen.

Die Mehrheit der Beiträge betonte die Wichtigkeit eines Museums an diesem Ort. Das Museum und die Ausstellungen sollen auch die hier lebenden Kinder und Jugendlichen neugierig machen, auch junge Menschen, die aus anderen Kulturen zu uns gekommen sind und hier ihr zu Hause gefunden haben. Höchst braucht einen Ort, an dem etwas über die Höchster Geschichte bis in die Gegenwart hinein erfahren werden kann – und das in einer „spielerischen“ Form. Wer hier war, muß den Wunsch haben, wiederzukommen.

Für eine kulturelle Nutzung wurden über das zentrale Museum hinaus zahlreiche Vorschläge gemacht. Ausstellungsräume für Schulen, Gruppen des Jugend- und Kulturzentrums und von Künstlern. Es soll ein Ort des Begegnens und Feierns werden, der von den Bürgerinnen und Bürgern auch für private Feiern und Feste genutzt werden kann.

Höchst, seine Geschichte und seine kulturelle Bedeutung, kann vom Mainufer aus entdeckt und erschlossen werden: Schloßplatz und Schloß, Porzellanmuseum, Justinuskirche, künftig das neue Kulturpalast Bolongaro. Als ein überregionaler „Magnet“ ließen sich diese Ort miteinander verbinden. Eine „kulturelle Schiffsanlegestelle“ könnte Ausgangspunkt für Besichtigungen und Museumsbesuche und Besuche der kulturellen Veranstaltungen sein.

Unverzichtbar ist, daß auch die Aufwertung der Bolongarostraße zur gleichen Zeit betrieben wird wie die Renovierung und der Umbau des Gebäudes.

Gegen die geplante Kindertagesstätte wurden zahlreiche Argumente vorgebracht, besonders auch von Teilnehmern, die in Kindertagesstätten arbeiten. Gegenüber den angedeuteten Möglichkeiten, sowohl der „Hauptsache Kultur“ wie auch den Plänen einer Kindertagesstätte gerecht zu werden, wurde eher Skepsis geäußert.

Statt der geplanten Kindertagesstätte gehören in das Gebäude Werkstätten und Räume, die auch von Kindern und Jugendlichen genutzt werden können. Denkbar wären eine Kunstwerkstatt, eine „Demokratiewerkstatt“, in der das Handwerk des demokratischen Umgangs gelernt und eingeübt werden kann, Ausstellungsräume z. B. für Projekte von Kindern und Jugendlichen, auch von Migranten, aufgeführt werden kann.

Für das Angebot öffentlicher Dienstleistungen ist nur ein Wunsch mit erkennbarer Zustimmung geäußert worden: das Standesamt muß im Bolongaropalast bleiben.


Ein Restaurant und Cafe, das alle zum Verweilen einlädt, soll es auf jeden Fall geben. Dafür könnte das Cafe im Liebighaus ein anschauliches und nachahmenswertes Beispiel sein.

Der Bolongaropark ist selbst ein Kunstwerk von hohem Rang und muß in seiner Einmaligkeit nicht nur unangetastet erhalten bleiben, sondern auch in Kenntnis der historischen Forschungsergebnisse aufgewertet werden.

Für alle weiteren Überlegungen und Planungen ist die unabdingbare Voraussetzung, daß die Planung von dem zeitliche Druck befreit wird, die bis jetzt noch auf ihr lastet.

Für die geforderte Bürgerbeteiligung sollen Strukturen der Diskussion und Entscheidung geschaffen werden. Das könnte eine Planungswerkstatt sein.

Die Einrichtung eines Planungsbeirat wurde verlangt, dem Vertreter des Ortsbeirats und auch Vertreter der Initiativen, Gruppen, Einrichtungen angehören, die für eine künftigen Nutzung des Gebäudes in Frage kommen.

Aus allem ergeben sich folgende konkrete Schritte:

  • Gespräche mit dem Ziel einer Aussetzung des Planungsdrucks
  • Zusammenfassung und Konkretisierung aller Ideen und Vorstellung zu einer künftigen kulturellen Nutzung
  • Einrichtung eines von den Höchster Bürgerinnen und Bürgern mitgetragenen Planungsbeirats
  • Einrichtung einer Planungswerkstatt zur konkreten Ausarbeitung eine Konzepts
  • Prüfung der Realisierbarkeit unter Berücksichtung der Kosten einschließlich der überschaubaren Folgekosten
  • Überarbeitung und Entscheidung

8.2.2010
EW

Zu: Wohin steuert Frankfurt? - Zusammenfassung der Visionen und der Diskussion



5. Höchster Stadt-Gespräch
Wohin steuert Frankfurt? – 2030 ist Zukunft im Westen
Sonntag, 1. November 2009 – 11.00–13.00 Uhr
im Neuen Theater





Zusammenfassung der Visionen und der Diskussion


Teil 1: Höchst als öffentlicher Raum - Formen des öffentlichen Lebens –
Wie könnte Höchst 2030 aussehen?

Themen und Projekte der Visionäre:

  • Verkehrsberuhigung/ shared space
  • Stadtbegrünung, Grünflächen
  • Eine Stadt zum Wohnen, Einkaufen und Feiern - für Bürger und Besucher
  • Bolongaropalast als Ort der Identifikation der Bürger von Höchst mit Höchst
  • Bahnhof als Stadtteilentree umgestalten
  • Kunst- und Kulturmeile Höchst
  • Kinder u. Jugend-Austellungs-Kunsthalle
  • Mediteraner Basar Höchst
  • Schulen als Stadtteil-Bildungs-Zentren

Diskussion:
  • Höchst endet nicht an der Bahnlinie sondern geht darüber hinaus
  • Umweltzone bis nach Höchst ausdehnen
  • Jahrhunderthalle sollte „Jahrhunderthalle Höchst“ heißen
  • Den Höchster Bahnhof sanieren, die Öffnungszeiten der Toiletten verlängern,
den Bahnhof kulturell nutzen
  • Das südliche Mainufer sollte nicht weiter bebaut, sondern als Natur
erhalten bleiben
  • Das Neue Theater Höchst wirkt stark nach außen und wird auch von außen wahrgenommen.
  • Wer ist das WIR der Visionen?
  • Visionen sind keine Utopien, ihre Umsetzung erfordert konkrete Arbeit

Kommentar:
Im ersten Teil der Diskussion wirken die Visionen noch wenig beflügelnd. Die Visionsangebote der Visionäre wurden in der Diskussion nur selten aufgegriffen.
Die Beiträge sind noch stark an der Ist-Situation orientiert und umfassen vor allem Kritik an heutigen Missständen.


Teil 2: Die soziale Struktur von Höchst 2030 - Lebens- u. Lernwelt für alle, besonders für Kinder

Themen und Projekte der Visionäre:
  • Zusammenleben Migranten und Alteingesessenen: alle fühlen sich hier zu
Hause. Stadtteil als Gemeinschaft, die keinen Unterschied hinsichtlich
der Herkunft ihrer Bürger macht
  • Mindestwissensstandards werden von allen Schülern erreicht
  • Ganztagsschulen unter Mitwirkung von Buchhandlungen, Künstlern, Vereinen an einer „Kultur für alle“
  • Leitidee „No child left behind“
  • Höchst hat sich in eine „Kinderstadt“ verwandelt


Diskussion:
  • Die Studie von Speer und Partner „Frankfurt für Alle“ sollte auch für Höchst als Chance verstanden werden: Sie macht Angebote für Stadtteilkonferenzen
und enthält z. T. ähnliche Vorstellungen wie die der Visionäre: z. B. shared space. Die in der Studie genannten Handlungsspielräume sollten eingefordert werden.
  • Appell an die Gesprächsteilnehmer: Anstelle realitätsferner Visionen ist Anpacken und Machen angesagt. „Raus aus dem Konjunktiv“.
  • Andererseits wird an die Funktion von Visionen erinnert: Sie sollten an erster Stelle stehen, bevor über den Weg ihrer Realisierung nachgedacht wird.
  • Dem Thema Autofahren sollte weniger Gewicht gegeben werden, da es sich wegen hoher Kosten von selbst erledigen wird.
  • OASI (= Interkultureller Treff OASI Albanusstraße 3 65929 Frankfurt am Main Telefon: 069 30 05 97 31) für Migranten und alteingesessene Bürger stellt sich vor und fordert größere Unterstützung, um u. a. ein Mehrgenerationenzentrum einrichten zu können.
  • Mehrere Beiträge befassen sich aus aktuellem Anlass mit dem Bolongaropalast: Übereinstimmend wird eine Rückkehr zur ursprünglich geplanten kulturellen Nutzung (Museen, Theaterspielstätte - anstelle einer KITA) gefordert. Die kulturelle Nutzung muss im Mittelpunkt stehen. Kinder und Jugendliche müssen hier einen Zugang zur Höchster Geschichte finden können. Die Initiative von Bürgervereinigung Höchster Altstadt, Vereinsring, IHH und Neues Theater soll unterstützt werden. Es wird eine Liste für Interessenten ausgelegt, die an Überlegungen zu einer Gestaltung des Bolongaropalastes mitarbeiten wollen.

Kommentar:
Der zweite Teil der Diskussion näherte sich vorsichtig den Themen der Visionäre.
Im Vordergrund stand jedoch die „Nahvision“ Bolongaropalast. Dieses barocke Gebäude ist offensichtlich für die Höchster Bürger ein zentraler Bezugspunkt, den sie
von den Plänen einer unsensiblen Stadtregierung in Frage gestellt sehen.






Resümee

Das 5. Höchster Stadt-Gespräch „Wohin steuert Frankfurt? – 2030 ist Zukunft im Westen“ war gut besucht. Das kühn gewählte Thema ist offenkundig als ein ernstes Thema verstanden worden. Wir können davon ausgehen, daß es – so wie es auch in der Einladung stand - der „reale Kern“ in den Träumen, Wünschen, Phantasien und Erwartungen war, der die Anwesenden motiviert hat, sich an diesem Gespräch zu beteiligen. Die Diskussion begann sehr pragmatisch und hat diesen Charakter in den weiter gesteckten Dimensionen beibehalten.

Auch dieses 5. Höchster Stadt-Gespräch war bereits in der Vorbereitung produktiv und anregend. Mitgestalterinnen und Mitgestalter zu finden, die den Mut zum Phantasieren haben und bereit waren, ihre „Visionen“ öffentlich vorzutragen, war überhaupt nicht schwer. Es gibt eine größere Bereitschaft, das eigene Handeln vom Wünschbaren her zu bestimmen, als allgemein angenommen wird. Darin liegt ein Potential, das viel stärker an den Tag gebracht werden sollte als das bisher geschieht.

. Die Prägnanz des Beitrags von Prof. Dr. Utikal hat den Begriff des „Leitbilds“ in die Nähe gelebter Realität gerückt und von dort aus begründet: . Die sechs vorgetragenen Visionen hatten die gleiche „Bodenhaftung“. Es waren Visionen, die zum Greifen nahe lagen, gar nicht so sehr für das Übermorgen gedacht, sondern dem Morgen formgerecht angeheftet.

Schon fast „konkretistisch“ verlief die erste Diskussionsrunde, auch in der Problematisierung der verwendeten Begriffe „Vision“ und „Utopie“. Das „Anpacken“ wurde betont und in der zweiten Diskussionsrunde noch einmal verstärkt. Die Speer-Studie, die ja zum Thema dieses 5. Höchster Stadt-Gesprächs herausgefordert hat, bietet dafür einen politischen Rahmen in den dort vorgeschlagenen Stadtteilskonferenzen an. Daß sich die Diskussion dann auf den Bolongaropalast konzentrierte lag nahe. Sie fand ihren Höhepunkt mit der Bildung einer Initiative, diesem Gebäude den Charakter eines neuen „Kulturzentrums“ zu geben. So wurde aus einer breit angelegten Diskussion ein konkretes Projekt, dem sich viele durch ihre Unterschrift auf ausgelegten Listen anschlossen.

Viele reizvolle Ideen, die in den Visionen angelegt waren und vorgetragen wurden, sind in der Diskussion nicht aufgegriffen worden. Daß nach dem Ende der Veranstaltung das Gespräch in kleinen Gruppen noch lange weiterging und hier weitere Projekte überlegt wurden, spricht für die Anstößer und Anregungen, die aus diesem 5. Höchster Stadt-Gespräch hervorgegangen sind.

Was geschieht und könnte noch über den Tag hinaus geschehen?

  • Die vorgestellten Visionen sollten bei einem weiteren Höchster Stadt-Gespräch, vielleicht in einem Jahr, noch einmal aufgegriffen und vertieft werden.
  • Die Beiträge dieses 5. Höchster Stadt-Gesprächs sollen - evtl. überarbeitet und ergänzt – in einer Broschüre veröffentlicht werden.
  • Das Neue Theater hat sich als Treffpunkt und Koordinationsstelle einer Projektgruppe „Bolongaropalast“ angeboten und will alle Initiativen unterstützen, dem Bologaropalast den Charakter eines „Kulturzentrums“ zu geben. Dabei soll auf die alten Umbau- und Renovierungspläne zurückgegriffen werden.
  • Für die entschiedene Beendigung der Verkehrsbelastung an den Markttagen könnte eine eigene Projektgruppe die Ideen aufgreifen und vertiefen, die es in der zweiten Diskussionsrunde gab.
  • Unterstützung wird für das Projekt OASI gesucht, das für seine öffentlich ausgezeichnete Arbeit in viel zu kleinen Räumen untergebracht ist.
  • Das pädagogische Leitmotiv der Kasinoschule „No child left behind“ könnte zu einem Motto sozialer Beziehungen und neuer Nachbarschaften werden.
  • Der Jahrhunderthalle ihren angestammten Namen Jahrhunderthalle Höchst wieder zu geben, sollte von allen Höchster Vereinen mitgetragen werden.
  • Butera in Sizilien wird Partnerstadt von Höchst – und zu einem der nächsten großen Feste eingeladen. Hunderte von Gastarbeitern, die nach Butera zurückgekehrt sind, haben einmal in Höchst gearbeitet.
  • Höchst muß in die Umweltzone mit einbezogen werden. Die notwendigen Initiativen müssen auf der politischen und administrativen Ebene eingeleitet werden.
  • Die Idee eines mediteranen Basars in Höchst wird seit einiger Zeit immer wieder aufgegriffen und weitergetragen. Es besteht ein Interesse daran zu prüfen, welche konkreten Chancen es gibt, diese so attraktiven Gedanken auch zu realisieren.


10. November 2009

Hans Benninghoven
Helga Krohn
Edgar Weick

Zu: Wohin steuert Frankfurt? - Rückblick



5. Höchster Stadt-Gespräch
Wohin steuert Frankfurt? - 2030 ist Zukunft im Westen
Sonntag, 1. November 2009




Begrüßung und Einführung


Wir freuen uns über die große Resonanz, die das heutige Gespräch bereits in den Wochen der Vorbereitung gefunden hat und versprechen uns jetzt viel von unserer heutigen Diskussion.

Über die Frage „Wohin steuert Frankfurt?“ öffentlich nachzudenken, das war bislang eine Sache von Experten und eine Sache der Medien. Das sollte nicht länger so sein. Diese Frage mit der These zu verknüpfen: „2030 ist Zukunft im Westen“ erscheint kühn, vielleicht sogar etwas frech. Doch dazu hat uns die Frankfurter Zukunftsdiskussion herausgefordert, in der 2030 als ein Visionsjahr erscheint, auf das alle Erwartungen und Planungen sich ausrichten. Soviel noch einmal zum Thema des heutigen Gesprächs.

Wir wollen uns heute zu Wort melden, mit den Potentialen dieses Stadtteils, des Frankfurter Westens. Mehr noch: Wir verbinden mit unserm „Einmischen“ auch die erklärte Absicht, uns an der Gestaltung unserer Zukunft zu beteiligen. 2030 soll für uns nur eine symbolische Markierung in der Zukunft sein. Sie dient uns dazu, mit unseren Phantasien, Visionen und Utopien konkret zu werden.

2030, das ist in zwanzig Jahren. Die Vorstellungskraft, die wir für dieses Jahr aufbringen, ist auch die Kraft, die wir investieren müssen, damit eintritt, was wir uns vorstellen. Wenn also heute auch von Utopien die Rede ist, dann markieren diese Utopien Ziele, die wir anstreben wollen. Ein schöner Gedanken von Oskar Wilde könnte uns dabei begleiten: „Eine Weltkarte, auf der das Land Utopia nicht verzeichnet ist, verdient nicht einmal einen flüchtigen Blick, denn ihr fehlt das Land, das die Menschheit seit jeher ansteuert.“

In der Einladung zum heutigen Gespräch steht - da kannten wir die Visionen, die nachher vorgestellt werden noch nicht - daß unsere Träume, Wünsche, Phantasien und Erwartungen einen realen Kern haben. Wir waren auch zuversichtlich, als wir betont haben: „Die Attraktivität dieser Utopien verbindet sich mit einem in Höchst gelebten Engagement“. Beides wurde bereits in den letzten Wochen bestätigt

Es gibt in Höchst ein kräftiges zivilgesellschaftliches Potential, das sich in vielfältigen Strukturen der Öffentlichkeit ausdrückt. Dieses Höchster Stadt-Gespräch soll daher auch ein Forum für dieses Potential sein. Wir haben heute die Chance, das Vielfältige in einen kühnen Entwurf des Ganzes einzufügen, ohne daß die Vielfalt dabei unkenntlich wird. Wir haben die Chance, einem Zukunftsentwurf Gestalt zu geben, in dem die öffentlichen Räume und Güter einer Stadtgesellschaft sozialen, humanen, kulturellen und ästhetischen Ansprüchen gerecht werden.

Über diese Ansprüche eine Verständigung zu suchen und zu erzielen, wäre selbst bereits ein auf die Zukunft gerichteter demokratischer Gestaltungsauftrag. Auch dafür könnten die Höchster Stadt-Gespräch ein Forum sein. Im heutigen Gespräch sollten wir dafür einen guten Anfang sehen.

Wir freuen uns sehr, daß wir unser heutiges Gespräch mit einem Beitrag von Prof. Dr. Hannes Utikal, Professor an der hiesigen Provadis Hochschule, eröffnen können. Herr Utikal ist an der Diskussion eine Leitbildes für Höchst beteiligt, er wird über „Die Kraft eines Leitbildes“ sprechen.

Unmittelbar danach wollen wir Ihnen drei persönliche Visionen vorstellen und Sie zu einer ersten Diskussionsrunde einladen: Es sind Visionen von:
Claudia Großbach, Landschaftsplanerin,
Oliver Leicht, Architekt, hier in Höchst im Quartiersbüro Mandie tätig,
und Calogera von Auw, Mitarbeiterin der Caritas in Höchst

Die zweite Diskussionsrunde wird dann von drei weiteren Visionen eröffnet:
von Ergül Gök, Mitglied des Bunten Tisches,
von Thomas Förster, Leiter der Kasinoschule
und Petra Scharf, der Höchster Kinderbeauftragten.

Viola Engelbrecht wird uns musikalisch „beflügeln“, Hans Benninghoven wird am Ende Ergebnisse unseres Gesprächs zusammenfassen – und von Henning Brandt erwarten wir ein persönliches Schlußwort.

Danken möchten wir an dieser Stelle Frank Kunert für sein phantasievolles Foto und seinen nachdenklichen Beitrag, den Sie in unserer Textsammlung lesen können.



Edgar Weick

Zu: Wohin steuert Frankfurt? - Pressestimmen

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Höchster und Höchster im Geiste,

beim letzten "Höchster Stadt-Gespräch“ im Neuen Theater haben Sie Interesse am weiteren Schicksal des Bolongaropalasts bekundet. Nun haben sich in der vergangenen Woche der Vereinsring Höchst, die Bürgerverinigung Höchster Altstadt, die Interessengemeinschaft Handel und Handwerk sowie der Bund für Volksbildung F-Höchst zu einer gemeinsamen Presse-Erklärung entschlossen, in der ein Moratorium für die aktuellen Umbaupläne verlangt wird, damit eine "fachkundig moderierte Diskussion" die Interessen der Höchster Bevölkerung in die Planung einbeziehen könne.

In der Anlage habe ich Ihnen zu Ihrer Information
die in der Presse erschienenen Artikel als PDF zusammengestellt. Dabei ist auch eine Reaktion seitens des Büros der OB Frau Roth vermeldet, die ansatzweise Mut macht.

Im Bund für Volksbildung machen wir uns momentan Gedanken, wie wir zu einer Meinungsbildung in Höchst beitragen können. Ungeachtet der Möglichkeiten, die allen interessierten Bürgern offenstehen (einen Leserbrief an eine der beteiligten Zeitungen zu schreiben; an der kommenden Sitzung des Ortsbeirats 6 teilnehmen, an der das Thema verhandelt werden soll -
die Tagesordnung ist ebenfalls beigefügt) prüfen wir im Moment die Möglichkeit, eine Info-Veranstaltung durchzuführen, in der mit Unterstützung von fachkundiger Seite das "alte" (Kultur-orientierte) Konzept noch einmal vorgestellt und einer öffentlichen, vorwärts-gerichteten Diskussion unterzogen werden könnte. Wenn wir da weiter gekommen sind, lassen wir wieder von uns hören!

Bis dahin herzliche Grüße aus dem regnerischen Westen
Ralf Ebert
Bund für Volksbildung
Neues Theater Höchst

Das Stadtgespräch vom 17.2.08

"Höchst im Aufbruch?"
So., 17.02.2008, 11:00 Uhr

Die Premiere der "Höchster Stadtgespräche" war ein Erfolg: Die von Helga Krohn und Edgar Weick initiierte Reihe war so gut besucht, dass nicht im Café, sondern im Saal des Neuen Theaters diskutiert wurde. Lesen Sie mehr...