Höchst – bunt und vielfältig
Im Jahre 2030 lebe ich schon 58 Jahre in Höchst. Ich und Höchst freuen uns auf alle, die aus allen Teilen der Welt zu uns gekommen sind, um hier zu leben.
Jeder lebt nach seinen eigenen Lebensentwürfen, Wertvorstellungen und Gebräuchen. Bei Konflikten suchen wir gemeinschaftlich nach Lösungen. Alle Unsicherheiten, die wir in der Vergangenheit hatten, haben wir abgelegt. Die neu zu uns Gekommenen sind keine Fremde mehr sondern aktive Mitbürger, Nachbarn und Arbeitskollegen. Für mich ist ein Leben ohne diese bunte Vielfalt nicht mehr vorstellbar.
Migranten empfinden Höchst als ihr Zuhause in dem sie sich wohlfühlen. Sie setzen sich ehrenamtlich bei Vereinen, Initiativen, Festen, sozialen Anliegen oder auch beruflich, politisch, privat ein. Dabei freuen wir uns, dass das Interesse und die Anstrengungen nicht einseitig sondern von beiden Seiten aus gehen. Natürlich gibt es Unterschiede in der Kultur, diese sollen selbstverständlich bleiben aber das gemeinschaftliche Einsetzen für Höchst einigt und bindet uns zusammen. Durch die Identifikation mit dem Stadtteil pflegen wir ein nachbarschaftliches gutes Miteinander.
2030 ist es selbstverständlich, dass man sich in deutscher Sprache unterhalten kann. Neu angekommene Bürger bekommen eine Hilfe, einen Einstieg in den Stadtteil, respektieren auch ihr neues Zuhause. Sie anerkennen und schätzen die Werte in Höchst ohne dabei die eigene Heimat und die eigene Sprache zu vergessen.
Zugewanderte sind in 20 Jahren als Mitarbeiter in städtischen Ämtern immer mehr anzufinden. Wer weiß, vielleicht sitzt ein Herr Karagöz als Bürgermeister in Frankfurt und kümmert sich um die Belange von Höchst.
Ein Geben und Nehmen, was hat Höchst von den Zugezogenen gelernt? Vielleicht, dass der Stellenwert Familie bei den Zugezogenen sehr hoch ist oder wie man Namen wie Cengiz oder Fatma ausspricht, oder wie ein Couscous zubereitet wird. Wir müssen nicht weit reisen um die Welt kennenzulernen, denn wir haben die Welt hier bei uns in Höchst, wir müssen nur die Tür aufmachen.
Was haben die Zugezogenen von den Alteingesessenen gelernt? Vielleicht haben sie gelernt den Frauen mehr Rechte zu geben, oder das Sprache und Bildung sehr wichtig ist oder bei Problemen sich hier durch Anlaufstellen helfen lassen zu können.
Ich erlebe Höchst in 20 Jahren als ein Paradebeispiel für ein friedliches Zusammenleben. Höchst ist stolz auf seine Migranten und Migranten sind stolz auf Höchst. Andere kommen hierher um sich Ideen für ihren eigenen Stadtteil zu holen. Ein Stadtteil, das sich als Gemeinschaft sieht und keine Unterschiede in der Herkunft macht.
Ergül Gök, Mitglied des „Bunten Tisches – Höchst Miteinander“
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